Ein Alurumpf braucht spezielle Antifoulings. In Kanada sind diese wegen strenger Umweltauflagen seit Anfang 2026 nicht mehr zu bekommen, Altbestände dürfen jedoch aufgebraucht werden. „Altbestände“ sind jedoch im ganzen Land nicht mehr zu bekommen. Also planen wir einen Roadtrip ins 600 Kilometer entfernte Jonesport in Maine (USA). An der US-Grenze wird es spannend.
Mein Reisepass gleicht wegen meiner beruflichen Vergangenheit, einem Atlas der ehemaligen Sowjetunion. Für den amerikanischen Homeland-Security-Beamten im tiefsten Maine, sehen die Russischen Visa, kasachischen und aserbaidschanischen Stempel offenbar weniger nach „Berufserfahrung“ als viel mehr nach einem Agententhriller aus dem Kalten Krieg aus. Es wird telefoniert, Datenbanken werden abgefragt, und mein Pass wird gefühlt unter dem Mikroskop untersucht. Nach einer gefühlten Ewigkeit und ein paar tiefen Atemzügen, taut das Eis langsam auf. Jetzt fehlt noch der Biometrie-Scan: Robert muss nur vier Finger seiner rechten Hand auflegen, ich dagegen bekomme das volle Programm – alle zehn Finger müssen auf den Scanner. Ein lautes Klacken des Stempels erlöst uns schließlich: „Welcome to the United States. Good luck with your boat.“
Wir fahren auf direktem Weg nach Jonesport, holen das bestellte Antifouling ab und quartieren uns im heimelig anmutenden Blueberry Berry Patch Motel ein. Der Pool war leider noch nicht in Betrieb!

Am nächsten Morgen bekommen wir beim Checkout "fresh homeade Blueberry Muffins" mit auf den Weg. Auf den Kaffee verzichten wir... Die Muffins waren köstlich und versüßen uns den Weg zurück zur Kanadischen Grenze.

Die Einreise nach Kanada läuft weniger aufregend. An der Grenze wird direkt vor uns ein riesiges amerikanisches Luxus-Wohnmobil vom kanadischen Zoll komplett gefilzt. Die Zöllner sind mit dem Ausräumen des Monstrums beschäftigt. Wir deklarieren ordnungsgemäß unsere Bootsfarbe für den Eigenbedarf, der Beamte winkt uns müde durch und spart uns damit einen bürokratischen Marathon.
Zurück im Boatyard ist die Freude groß, uns unbeschadet wiederzusehen. Selbst Greg grinst: „Man, I knew you guys would make it!
Was für ein Ritt für ein bisschen Antifouling!
Kulinarisch durften wir in Maine auch was lernen. Wir kosten "Fiddleheads". Geschichte auf dem Teller! Ich bin begeistert! Für die First Nations Nordamerikas waren diese jungen, noch eingerollten Spitzen des Straußenfarns über Jahrhunderte der erste Vitaminboost nach langen Wintern. Eines der vielen Dinge, die die europäischen Neuankömmlinge des 17. Jahrhunderts von den Maliseet, Mi'kmaq und Passamaquoddy erst lernen mussten um hier über die Runden zu kommen.
Ich liebe solche Geschichten! Und sie schmecken auch noch hervorragend!Kulinarisch durften wir in Maine auch was lernen. Wir kosten "Fiddleheads". Geschichte auf dem Teller! Ich bin begeistert! Für die First Nations Nordamerikas waren diese jungen, noch eingerollten Spitzen des Straußenfarns über Jahrhunderte der erste Vitaminboost nach langen Wintern. Eines der vielen Dinge, die die europäischen Neuankömmlinge des 17. Jahrhunderts von den Maliseet, Mi'kmaq und Passamaquoddy erst lernen mussten um hier über die Runden zu kommen.
Ich liebe solche Geschichten! Und sie schmecken auch noch hervorragend!






